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Einleitung
Das Werkzeug für die Schmiede hat sich im Laufe der Zeit kaum verändert. Dennoch gibt es Unterschiede in Form und Material. Der römische Schmied bevorzugte zum Beispiel einen Steckamboss. Wie effektiv war die Arbeit mit einem solchen Amboss? Was sind die Unterschiede zwischen einer heutigen und damaligen Blechschere? Wie groß sind die Unterschiede bei Feilen für die Metallverarbeitung usw.? Dies sind alles Fragen, die mich im Laufe der Zeit beschäftigten. Um sie zu beantworten kommt man nicht umhin, die Werkzeuge zu rekonstruieren und auszuprobieren.

 

 

 

Der Amboss
Hierbei handelt es sich um einen so genannten Steckamboss, wie er heute auch noch verwendet wird. Durch die geringe Größe ist er leicht zu transportieren und eignet sich daher sehr gut für die Feldschmiede. Bei der Arbeit merkte ich, dass es sich hierauf sehr gut schmieden lässt. Da der Amboss in einem Eichenstamm steckt, der jeden Schlag des Hammers auffängt, zieht der Hammer sehr gut, und ich war von der Materialverformung des Schmiedestücks überrascht. Bei der Arbeit stellte sich heraus, dass man mit wenig Aufwand und Material sehr gute Ergebnisse erzielt.

Foto vom Amboß: Manuela Arz

 

 

 

 Die Feldschmiede (Esse)
Meine Feldschmiede habe ich nach einem Fund aus Nordeuropa gefertigt. Da es aus römischer Zeit, außer Abbildungen, keine mir bekannten Funde gibt, habe ich mich für diesen Weg entschieden, um wenigstens das Gefühl der damaligen Arbeitsweise zu bekommen. Da die Feldschmiede nur fragmentarisch erhalten war, blieb mir nichts weiter übrig, als die vorhandenen Funde bis hin ins Frühmittelalter zu vergleichen und zu ergänzen. Das Grundgestell fertigte ich aus Eiche, und bei der Feuerstelle habe ich mich für Lehm entschieden.
Die Funktion ist erstaunlich gut, und es lassen sich leicht Temperaturen bis 1400ºC erreichen. Auch die Handhabung ist vorzüglich, da man sie ohne Probleme zerlegen und transportieren kann. An dieser Feldschmiede kann der Schmied alleine arbeiten, da die Esse sehr gut die Hitze hält. Bei den römischen Darstellungen sieht man zwei Blasebälge. Daher habe ich bei meiner Rekonstruktion ebenfalls zwei Blasebälge verwendet und bin mit dem Resultat sehr zufrieden.